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Selten zuvor lagen Erleichterung und Enttäuschung so eng bei einander, wie beim Schlusspfiff der Oberliga Handball-Partie des ASV Hamm II gegen den TuS Bielefeld/Jöllenbeck. Mit einem letzten Versuch hatten die ostwestfälischen Gäste kurz vor dem Ende des Treffens versucht, die sich anbahnende 28:27 (14:16) Niederlage abzuwenden. Doch der direkte Freiwurf verfehlte das Ziel, der Ball rauschte nur wenige Zentimeter am Hammer Tor vorbei. Bei den Gastgebern indes brauste Jubel über den wichtigen Heimerfolg über den bis dato punktgleichen Ligakontrahenten auf, während TuS Trainer Walter Schubert seinen Kopf in die Hände vergrub.
„Wir haben heute ein wichtiges Etappenziel erreicht. Mit nunmehr 6:2 Punkten aus den letzten Spielen rücken wir weiter in das gesicherte Mittelfeld vor. Wenn wir auch am kommenden Wochenende in Möllbergen ähnlich spielen und kämpfen, können wir unsere Tabellensituation sogar noch verbessern“, freute sich ASV- Trainer Andreas Kuno über den gelungenen Heimkampf seiner Mannschaft. So gelöst, wie der Hammer Coach nach dem Schlusspfiff wirkte, sah er während des Spiels allerdings nicht immer aus. „Wir haben uns das Handball- Leben selber schwer gemacht und brauchten lange, um Bielefeld in den Griff zu bekommen“, bezog sich Andreas Kuno auf die ersten 30 Spielminuten, als der ASV gegen den schnellen und aus dem Rückraum treffsicheren Gast überhaupt keine Deckungseinstellung fand. Die Unsicherheit der Hintermannschaft übertrug sich dann auch auf den Hammer Sturm, der fast pausenlos versuchte, über den Kreis zu spielen, dort aber kein Durchkommen fand. Und da sich die Gastgeber auch noch zahlreiche, technische Fehler und Fahrkarten leisteten, liefen sie einer fast ständigen Zwei- bis Drei- Tore- TuS- Führung hinterher.
„Ich habe dennoch ein gutes Gefühl“, äußerte sich ASV- Teamleiter Markus Lehmkemper zur Pause (14:16) immer noch zuversichtlich und letztendlich sollte er Recht behalten. Denn schon mit dem Wiederanpfiff zeigten sich die Hammer kämpferisch. Und da sich auch ASV- Schlussmann Joel Wellner mächtig steigerte und im weiteren Spielverlauf zahlreiche, gute Chancen der Ostwestfalen vereitelte, kam zunehmend Sicherheit in das Hammer Spiel. „In der Abwehr lief es auch insgesamt besser, während vorne unsere Angriffsachse mit Dainius Sakarbalius und Tobias Lodenkemper, sowie auch mit Sebastian Paul, der immer besser zur Mannschaft findet, nun deutlich besser zum Zuge kam“, beschrieb Andreas Kuno die folgenden Minuten, als der ASV über 16:16 und 18:18 erstmals mit 19:18 in Führung zog. Ein sich zuspitzender Kampf entwickelte sich in den folgenden Spielminuten, wobei sich keine der beiden Kontrahenten mit mehr als einem Treffer Unterschied absetzen konnte. Erst in den Schlussminuten kippte das Spiel in die Hammer Richtung. Zwei Treffer –zur 24:22 Führung- von Christof Ruhrmann sorgten erstmals für Hochstimmung auf den Rängen und als die Gastgeber in der 56. Spielminute mit 27:24 vorne lagen, schien der Heimsieg des ASV schon vorzeitig perfekt.
Doch das war er nicht. Denn Bielefeld legte nach (27:26 und 28:27) und kam in den Schluss- Sekunden tatsächlich noch einmal in Ballbesitz. Sebastian Kopscheck (TuS) hatte das Hammer Tor schon im Visier, als sich ihm Alexander Dressel entgegen warf und die Notbremse zog. Für diese Aktion sah der Hammer Akteur zwar folgerichtig die rote Karte, doch sein Einsatz verhinderte eine weitere Chance der Gäste. Kopschecks` letzter Versuch, ein direkter Freiwurf, verfehlte sein Ziel und läutete somit die Weihnachtsfeier der überglücklichen Gastgeber ein.
ASV: Schröder, Wellner (ab14.)- Ch. Dressel, Lodenkemper (5), A. Dressel, Ruhrmann (3), Geukes (2), Ruby, Paul (5), Bicker (2), Skarbalius (8/4), Degen (2), Kuno und Mund (1/1) |