Kooperation zwischen ASV Hamm und Stein-Gymnasium

Die Kooperation zwischen dem ASV Hamm und dem Freiherr-vom Stein-Gymnasium läuft schon ein paar Jahre, doch jetzt soll sie richtig „Fahrt aufnehmen“, wie Schulleiter Thomas Kasselmann stolz betonte. Dazu unterschrieben gleich sieben Partner einen Vertrag, der den Handball – möglichst auf Leistungsebene – fest in der Schule am Maxipark verankern soll und gleichzeitig für den Verein Startschuss für eine Professionalisierung des Jugendbereichs ist.

„Wir freuen uns, dass eine Kooperation stattfindet, die auf Nachhaltigkeit angelegt ist. Das funktioniert nur, wenn der Verein in Vorleistung geht“, unterstrich Fiesel. Er trennte die nun festgezurrte Zusammenarbeit deutlich vom Engagement anderer Klubs auf Honorarbasis im Rahmen des offenen Ganztages. Wäsche betonte ebenfalls die Verbindlichkeit der geschaffenen Struktur: „Das Regierungs-Präsidium und der Verband haben genaue Vorstellungen, was erreicht werden soll und werden nachfragen. Jeder erwartet etwas vom anderem.“
Der ASV wird schon zur Schulzeit sein fachkundiges Personal zur Verfügung stellen. „Die Schüler kennen den Verein. Wenn sie mit den Aktiven und Trainern trainieren können, hat das eine andere Qualität“, glaubt Wäsche. Schon jetzt betreut Sebastian Paul, Zweitliga-Spieler und Oberstufenschüler am Stein, eine Kindergruppe. Torwart Thorsten Friedrich und Co-Trainer Rob de Pijper sind ebenfalls bereits eingebunden. „Das wollen wir weiter ausbauen“, sagt ASV-Manager Kay Rothenpieler. De Pijper besucht derzeit Grundschulen im Umkreis, um Kinder mit besonderem Bewegungstalent zu entdecken. Viertklässler, die ihm ins Auge fallen, erhalten eine Einladung vom ASV zum Training und ein Brief von der Schule.

Das Stein-Gymnasium möchte schließlich auch von der Zusammenarbeit profitieren und für Schüler attraktiv bleiben. „Das ist eine Erhöhung der Wettbewerbsfähigkeit“, sagt Direktor Thomas Kasselmann, der das Sportangebot des Steins, das sich nun „Partnerschule“ des WHV nennen darf, wei-ter ausgebaut sieht. Die Kooperation bezieht sich zunächst auf die Klassen fünf bis sieben, aber auch die Oberschüler sollen als Sporthelfer die Trainer unterstützen. Der Verband bietet ihnen außerdem eine „sportartspezifische Zusatzqualifikation“ an. Beim Lehrpersonal sei die fachliche Kompetenz zudem schon da, versichert Kasselmann.

„Die Bezirksregierung braucht Vereine, die sich engagieren, und eine Stadt, die sportaffin ist. Hamm ist da ganz vorne“, so Fiesel. Er betont, wie auch alle anderen Vertragspartner, dass auch der Klub profitieren soll. „Talente sollen nicht vor der Entscheidung zwischen schulischem Weg und Leistungssport stehen“, sagt Dieter Stroband. Denn vor allem Letzterer soll im Mittelpunkt der Zu-sammenarbeit stehen. „Schüler müssen neben dem Leistungssport auch dem Unterricht folgen können“, so Rothenpieler. Hammer, die in der Westfalenauswahl eine wichtige Rolle spielen, sind ein Ziel. Dass irgendwann ein Stein-Schüler den Weg in den ASV-Profikader schafft, der Wunsch. „Bis dahin ist es ein langer Weg. Den ersten Schritt sind wir jetzt gegangen“, sagt Rothenpieler. Und der ASV-Vorsitzende Friedhelm Degen fasst die Hoffnung des Klubs zusammen: Es wäre schön, wenn sich „aus einer Breite, die nicht vergessen wird, eine Spitze herauskristallisiert.“ Schließlich wollen die Hammer „für die Zukunft Leistungssport in der Jugend“ aufbauen, erklärt Degen.